Na hoppla – Nürnberg ist nicht die Provence?! – wie wahr … und wie neu.
Eine Replik auf: "Nürnbergs Plätze als wunde Punkte"; Artikel von Frau Stauber, NN vom 11.9.2015
(eine persönliche Replik von Robert Kästner)
Na hoppla – Nürnberg ist nicht die Provence?! – wie wahr … und wie neu.
Nachdem man nun nicht mehr italienische Plätze als Vorbild ausgeben will (weil die meistens auch nur gepflastert sind - man sehe sich mal die „tollen Plätze“ in Siena und Florenz an) wird nun die Provence als Vergleich ins Spiel gebracht.
Hauptsache Kritik scheint das Credo des Artikels von Frau Stauber zu sein.
Die Südstädter meiden den Aufseßplatz!
Oh ja Frau Stauber – sieht man ja, wenn man hingeht – ist ja kaum jemand da. Zugegeben bei Temperaturen um 33 Grad im Schatten setzt sich niemand in die Sonne. Das ist auch gut so – aber: wie oft haben wir denn solche Temperaturen? Im Frühjahr und Herbst zum Beispiel dürften die meisten froh sein, dass der Platz viele Sitzmöglichkeiten in der Sonne hat. Solche auf denen man einfach so sitzen kann und solche mit (Selbst-)Bedienung.
Kennt eigentlich noch jemand die Kritik am Platz vor der Umgestaltung?
Zu Dunkel – man kann ihn nicht überblicken – zu unsicher.
Das waren die Argumente die damals gegen den „hässlichen Platz“ sprachen.
Dann wurde diskutiert und ein Platz gestaltet auf dem ein großer Spielplatz entstand, viel Platz für Außengastronomie an den Rändern und in der Mitte eine große Freifläche auf der auch Veranstaltungen stattfinden können.
Es wurden Bäume gepflanzt – die nun wachsen müssen. Mit einfacher Addition kann man auch da nachweisen, dass es heute mehr Bäume sind als vorher da standen. Aber warum Zahlen zur Kenntnis nehmen wenn man es besser wissen will.
Und es wurden gut einsehbare Sitzmöglichkeiten geschaffen.
Der Platz ist für Veranstaltungen gut geeignet - auch wenn das dem einen oder anderen Anwohner nicht so gefällt. Mai- und Weinfest, Streetsoccer, etc., vieles findet hier statt.
Ich würde mir wünschen, dass noch mehr dem Beispiel der Stadtteilkoordination um Frau Simon folgen und den Platz für Aktivitäten von Südstädtern für Südstädter in Besitz nehmen. Das von dort organisierte Lichterfest und der Familiennachmittag zeigen, dass es geht.
Dazu kommt noch, dass der Aufseßplatz nicht allein da steht. 50m weiter, über die Landgraben-/Wölckernstr. nach Süden schließt sich der Kopernikusplatz an. Dieser bietet in seinem nördlichen Teil (vor der Humboldstr.) interessante Läden und Außengastronomie, mit qualitativ hochwertiger Bestuhlung, unter altem Baumbestand.
Nochmal ein paar Meter weiter im südlichen Teil des Kopernikusplatzes findet man dann zahlreiche Sitzmöglichkeiten, ebenfalls im Schatten, sowie einen weiteren Kinderspielplatz.
Man muss also gar nicht auf dem Aufseßplatz bleiben, wenn einem der nicht so gut gefällt.
Das ganze Ensemble vom sonnigen Veranstaltungsplatz über schattige Außengastronomie bis zur schattigen Ruheoase erstreckt sich auf 600m – wahrlich eine Entfernung die man gut zu Fuß überwinden kann.
Abschließend noch eines:
Diese Nörgelei, dass jetzt „nachgebessert“ wird, mit dem Unterton: „die können das halt nicht“ – geht ganz schön auf den Geist.
Erst kürzlich wurde wieder festgestellt, dass – gerade hier in der nördlichen Südstadt - innerhalb von 10 Jahren, in der Regel, ein Drittel der Wohnbevölkerung wechselt. Es ist davon auszugehen, dass neue Bewohner neue Interessen und Bedürfnisse mitbringen. Deshalb ist es gut und wichtig immer wieder zu prüfen ob etwas noch passt oder verändert werden muss.
Einen Rückschluss auf fehlende Qualität der ursprünglichen Planung lässt das aber nicht zu.
Allen Mit-Südstädtern rufe ich zu – lasst Euch nicht alles madig machen. Geht raus, nehmt die Plätze für Euch in Anspruch und fühlt euch wohl – dann ist es auch egal was andere darüber schreiben.
